Forschung

Internationale Konferenz "Challenges facing the Electricity Industry" in Hong Kong 21.-23.Februar 2016

Förderung und Organisation

  • Gefördert durch die Konrad Adenauer Stiftung (RECAP)
  • Organisation: Prof. Xu Yichong (Griffith University Brisbane, Australien) in Kooperation mit Prof. Andreas Oberheitmann (FOM Hochschule, German-Sino School of Business and Technology und Gastwissenschaftler im RWI Essen)
  • Teilnehmer aus China, Süd-Korea, Indonesien, Indien, Deutschland, Schweden, USA, Australien, Großbritannien und Singapur

Ergebnisse

  • Das Energiesystem ist ein komplexes reaktives System mit vielen Verbindungen innerhalb und außerhalb des Systems. Verschiedene Länder haben verschiedene Ziele der Energie- und Umweltpolitik und deren Verbindungen zur Industriepolitik.
  • Vor dem Hintergrund der niedrigen Preise für CO2-Zertifikate und des niedrigen Kohlepreises wird an der Strombörse in hohem Maße Strom aus Gas betriebenen Kraftwerken zu Gunsten von Braun- und Steinkohle verdrängt, was klimapolitisch kontraproduktiv ist. Insbesondere die Investitionen der Stromproduzenten in effiziente Gaskraftwerke amortisieren sich zu langsam. Es werden zum Teil hocheffiziente Gaskraftwerke abgestellt, da ihre Stromgestehungskosten im Vergleich zu hoch sind. In Deutschland ist dies vor dem Hintergrund eines hohen Anteils an erneuerbaren Energien deutlich zu spüren, in Ländern mit geringerem Anteil wie Australien ist dies auch bereits spürbar. In den USA ist der Anteil der erneuerbaren Energien noch relativ niedrig, ist Gas dazu günstig. Insofern hat das Erdgas noch wenig Konkurrenz.
  • Die Renditen des Energiesystems verändern sich durch die Integration erneuerbarer Energien, insbesondere wenn nur ein Teil des dezentral erzeugten Stroms in das öffentliche Netz eingespeist wird. Da die Einspeisevergütung für erneuerbare Energien niedriger ist als der Strompreis, besteht wird der dezentral eigenerzeugte Strom (insb. mit Solarpanels) zunächst selbst verbraucht und nur der Rest in das öffentliche Netz eingespeist. Dies führt zu weiter sinkenden Umsätzen der Stromproduzenten.
  • Die Risiken steigen insbesondere für die Produzenten von Strom. Die Erhöhungen der Stromerzeugungskosten werden jedoch an die Konsumenten weiter gereicht, entweder in der Form steigender Energiepreise oder steigender Verbrauchsteuern. Steigende Endenergiepreise bei fallenden Großhandelspreisen für Energie sind nicht nur in Deutschland, sondern auch in Australien und den USA zu verzeichnen. Eine Stabilisierung des Marktes könnte durch ein Quotenmodell für erneuerbare Energien plus Umweltzertifikate bringen wie es unter anderem das RWI fordert.
  • Länder mit geringen fossilen Energiereserven wie Süd-Korea oder Japan haben derzeit eine geringe Neigung, ihr Energiesystem zu dekarbonisieren. Länder in Europa wie Schweden, Norwegen oder Dänemark mit hohem Anteil an Wasserkraft haben es hier wesentlich leichter.
  • In Entwicklungs- und Schwellenländern wie Indonesien, Indien oder China besteht derzeit noch immer ein Dilemma zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Klimaschutz. China entwickelt sowohl seinen Markt für erneuerbare Energien als auch derzeit weitgehend exportorientiert die Produktion von erneuerbarer Technologie (insb. Fotovoltaik). Fehlende Effizienz in der energiepolitischen Rahmensetzung und die Netzintegration erneuerbarer Energien sind jedoch derzeit noch ein Hindernis für den großflächigen Ausbau erneuerbarer Energien.
  • Die deutsche Energiewende wird international als ein Vorbild angesehen. Vor diesem Hintergrund hat Deutschland eine besondere Verantwortung für das Gelingen der Energiewende.

Ansprechpartner

Lin Liu
Lin Liu
 M.A.
Direktorin der German-Sino School of Business & Technology
+49 201 81004-418
Axel Müller
Prof. Dr.
Axel Müller
Studienleitung BBA Essen
+49 201 81004 327

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