Exkursion zum Oberlandesgericht in Köln

Bereits bei der Ankunft am Kölner Hauptbahnhof wurde den 17 chinesischen FOM-Masterstudierenden des 2. Jahrgangs englischsprachiger Studierender an der FOM klar, dass der 11. November ein besonderer Tag für die Rheinmetropole ist. Eine freundliche, närrisch verkleidete Richterin wies uns den Weg zur U18 in Richtung Landgericht an der Luxemburger Straße. Dort veranschaulichte der Vizepräsident des Landgerichts Köln, Herr Christian Schmitz-Justen, in einem spannenden Vortrag den Studierenden nicht nur den Aufbau des deutschen Justizwesens, sondern auch die erfolgreichen Bemühungen einen Großteil der Verfahren bereits auf Amtsgerichtsebene zu lösen (über 70% in NRW). Hierbei hob Herr Schmitz-Justen die Rolle des Richters hervor, der in Deutschland von Anfang an in das Verfahren nicht nur mit Fragen sondern auch mit Stellungnahmen eingreift. Auf die Frage der Studierenden, warum in Deutschland nicht mit »cases« gearbeitet wird, wies Herr Schmitz-Justen auf die relativ kurze durchschnittliche Verfahrensdauer (z. B. ca. 5 Monate auf Amtsgerichtsebene und 8,5 Monate auf Landgerichtebene bei Zivilsachen) sowie die hohe Anzahl an Verhandlungsausgängen, die ohne Urteil (Vergleiche, Rücknahme der Klage etc.) auskommen, hin. Durch diese Zahlen wurde den Studierenden schnell klar, dass diese Vorgehensweise sowohl dem Staat als auch den Verhandlungsparteien geringere Kosten verursacht als Verhandlungen, in denen sich durch »cases« die Verhandlungsdauer erhöht.  Erfreulich verlief so auch eine von den Studierenden abschließend unter Anleitung von FOM-Professorin Evelyn Henning, die als Richterin am Landgericht Köln arbeitet, nachgespielte Verhandlung über einen Verkehrsunfall, bei dem die Studierenden unter dem Vorsitz von »Richter Lu« schnell im Sitzungssaal zu einem Vergleich kamen.

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Lin Liu
Lin Liu
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Axel Müller
Prof. Dr.
Axel Müller
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