Als Gastdozent in China - FOM Professor lehrt an Partnerhochschule Shenyang

Es begann mit einem Zettel: Ein Aushang im Hochschulzentrum Bremen warb um Tutoren für die German-Sino School of Business & Technology. „Ich dachte mir: Warum nicht als Dozent bewerben? China kennst du noch nicht, das könnte spannend werden“, erzählt Professor Dr. Peter Hoffmann, der für die FOM in Hannover und Bremen Wirtschaftsinformatik unterrichtet. Unbefangen und mit einer gewissen Portion Naivität bewarb sich Hoffmann auf das Modul, das er an der Partnerhochschule Shenyang geben sollte.

„Das war ein Kulturschock auf allen Ebenen“, erinnert sich Hoffmann und lächelt. „Die Lebens-, die Studienverhältnisse sind völlig anders als in Europa“. Vor dem Land der Mitte kamen die Vorbereitungen für meine Kurse, die zwei Monate in Anspruch nahmen. „Es braucht Zeit, 15 Tage mit jeweils sechs Unterrichtseinheiten vorzubereiten. Ich unterrichte seit langem Wirtschaftsinformatik, mein Wirtschaftsingenieurstudium liegt etwas zurück. Ich musste erst einmal in meiner Erinnerung kramen“, sagt er und lächelt.Von Düsseldorf ging es über Peking nach Shenyang, wo er zwei Tage später vor seinem ersten Kurs stand. „In Deutschland sind stets ein Dutzend Studierende in meinen Kursen, dort waren es 89. Das hat schon Eindruck gemacht.“ Mit den vielen Teilnehmenden umzugehen, war kein Problem, auch wenn die Englischkenntnisse der Studierenden nicht so gut waren, wie gedacht. „Die Chinesen sind einen interaktiven Unterricht nicht gewöhnt. Sie erwarten Frontalunterricht“, sagt Hoffmann, der einige Zeit brauchte, bis wenigstens die Damen und Herren in den ersten Reihen auf seine Fragen antworteten.

„Das Gesicht zu verlieren, ist eines der schlimmsten Dinge, die einem Menschen in China passieren können“, so Hoffmann. „Studierende wollen daher keine Fragen falsch beantworten. Sie wollen auch nicht mich als ihren Dozenten bloßstellen, indem sie durch ihre Antwort zeigen, dass ich eine Frage missverständlich gestellt habe.“


Hoffmann erlebte einen außerordentlich respektvollen Umgang mit seiner Person. „Das darf man aber nicht mit Schüchternheit verwechseln“, sagt er. Denn stand die Mittagspause an, wurde er regelmäßig von den Kommilitonen angesprochen, ob sie ihn nicht zum Essen begleiten dürften. „Sie waren neugierig: auf mich, auf Deutschland, das Leben dort, das Essen, die Preise, die Sprache“, erinnert sich Hoffmann, der seine Begleitung schon aus ganz praktischen Gründen zu schätzen wusste. „Ohne sie wäre ich in der Mensa verloren gewesen, weil alles in Chinesisch ausgezeichnet ist.“


Auch außerhalb des Campus‘ merkte Hoffmann schnell, dass er in einem völlig fremden Land war. „Ich bin schon wegen meiner Körpergröße und meiner Gesichtszüge aufgefallen“, sagt er. Aber unwohl oder gar unsicher habe er sich nie gefühlt. „Die Menschen haben mich angeschaut und angelacht und immer wieder versucht, ohne Englisch, dafür mit Händen und Füßen ins Gespräch zu kommen.“
Die fremde Sprache und Schrift waren aber doch ein Hindernis, die Stadt zu entdecken. Am Wochenende zog es Hoffmann daher oft in den Park neben der Universität. „Da ist bis spät in den Abend hinein so viel Leben, wie ich das aus Deutschland nicht kenne“, resümiert er bewundernd. „Die einen tanzen, die anderen unterhalten sich oder machen Sport.“ Immer wieder wurde er eingeladen, bei Tischtennis oder Federfußball mitzumachen. „Die chinesischen Tänze habe ich zumindest ausprobiert“, sagt er und lacht.

Nach all diesen Erfahrungen wollte Hoffmann 2018 unbedingt wieder nach Shenyang und sitzt diese Woche erneut im Flieger. „Wäre auch schade gewesen, nachdem ich so viel Aufwand in die Vorbereitung meines Unterrichts gesteckt habe.“ Einiges soll aber diesmal anders laufen: nicht nur beim Modul Mess-, Steuer- und Regelungstechnik. „Ich will mehr von der Stadt sehen“, nimmt Hoffmann sich vor, der sich schon auf das traditionelle Drachenfest am 18. Juni freut. Gerne wäre er im Anschluss an das Modul noch länger in China geblieben, „aber die Pflicht ruft“, sagt er nur. „Immerhin sind noch drei Tage Hong Kong drin.“

Ansprechpartner

Lin Liu
Lin Liu
 M.A.
Direktorin der German-Sino School of Business & Technology
+49 201 81004-418
Axel Müller
Prof. Dr.
Axel Müller
Studienleitung BBA Essen
+49 201 81004 327

Broschüre der FOM SINO School

Deutsch-chinesisch-englischsprachiger Führungsnachwuchs

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Das China-Programm der FOM Hochschule

China Dozenten- und Tutoren-Workshop an der FOM