Dozentenportrait Steffen Weimann: „Über das Frühstücksbuffet zum China-Team“

Steffen Weimann (r.) mit Jürgen Schaumann

Bereits zum siebten Mal ist Steffen Weimann zurzeit als Dozent im Kooperationsstudiengang „Electrical Engineering & Information Technology“ in Shenyang tätig. Seit Einführung des Studienganges im Jahr 2016 übernimmt er die Module Service Engineering und Maintenance Management und ist damit jedes Jahr sowohl im Winter- als auch im Sommersemester für wenige Wochen in Shenyang im Einsatz.

Zum China-Team der FOM gekommen ist Herr Weimann über einen Zufall: Bei einer Tagung des KompetenzCentrums für Technologie- & Innovationsmanagement der FOM lernte er in Stuttgart am Frühstücksbuffet Herrn Professor Rainer Eigenstetter (Gesamtstudienleiter BBA China) kennen. Herr Weimann war sofort begeistert von der Möglichkeit in China zu unterrichten und als erster Dozent eines neuen Studienganges an einem neuen Standort mitzuwirken und sich einzubringen. Hinzu kam sein großes Interesse für die chinesische Kultur, sodass er im Jahr 2016 als China-Neuling erstmals im neuen Kooperationsprogramm in Shenyang unterrichtete.

Seit seinem ersten Einsatz ist Herr Weimann begeistert von Land und Leuten. Er hat sich intensiv mit der Kultur und Geschichte beschäftigt und bereist vor oder nach dem Einsatz gerne das Land. So kommt es beispielsweise vor, dass er befreundete Kollegen am Standort Taian besucht und mit ihnen die Stadt und das Umland entdeckt.

Dieser familiäre und freundschaftliche Charakter ist auch der Grund, weshalb Herrn Weimann die Arbeit mit der German-Sino School so gut gefällt. „Bei den Vorbereitungsworkshops wird immer von einer Familie gesprochen und genau das spürt man als Dozent. Die Kommunikation und Organisation ist immer sehr herzlich, man fühlt sich einfach wohl.“

Hauptberuflich ist Herr Weimann Geschäftsführer und Gründer eines Beratungsunternehmens, das Startups und KMU bei der Digitalisierung und Service-Transformation unterstützt. Die Vereinbarkeit von Beruf und Lehrtätigkeit erfordert zwar ein großes Maß an Organisation, ist in Herr Weimanns Augen aber vor allem ein großer Vorteil. Ein Theorie-Praxis-Transfer ist so ständig möglich. Auf der einen Seiten können die Diskussionen an der Hochschule und das Methodenwissen bei der Beratung eingebracht werden. Auf der anderen Seite werden an der Hochschule viele Fallbeispiele aus der Praxis besprochen.

Leben und Lehren in China

Der Alltag in Shenyang ist für Herrn Weimann vor allem vom Unterrichten geprägt. Abends bereitet er den Unterricht weiter vor und tauscht sich gerne mit Kollegen beim gemeinsamen Abendessen aus. Außerdem spielt sowohl in China als auch in Deutschland Sport eine große Rolle. So trainiert er gerne mit Studierenden und Kollegen im Stadion oder im Stadtpark für einen Halbmarathon. Generell ist der Kontakt zu den Studierenden sehr angenehm. Sie zeigen sehr viel Interesse und bieten den ausländischen Dozenten gerne ihre Hilfe und Unterstützung an. Um die Studierenden und ihre Sichtweisen besser kennenzulernen, geht Herr Weimann auch gerne gemeinsam mit Studierenden mittags in die Mensa.

Die Erfahrungen von Herrn Weimann in China sind überwiegend positiv. Das Miteinander auf dem Campus ist sehr freundlich. Dabei sind Pünktlichkeit und das exakte Durchführen von Plänen sehr wichtig. Auch in der Stadt fühlt er sich sehr wohl: Es gibt einige schöne Parks, in denen man sich am Wochenende entspannen kann, aber auch viele moderne Shoppingcenter. Die Verständigung ohne Chinesischkenntnisse klappt auch problemlos, notfalls benutzt man das Smartphone zur Übersetzung. Begeistert ist Herr Weimann außerdem von dem reichhaltigen und sehr leckeren Essen. Insgesamt spricht er von einem außerordentlich gastfreundlichen Land, in dem ihm die Menschen mit sehr viel Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft begegnen.

Herr Weimann berichtet außerdem von einem internationalen Leben am Campus. In der Stadt oder auf Reisen im Land fällt man als Europäer allerdings häufig auf. So hat er beispielsweise schon 30 Minuten an der chinesischen Mauer damit verbracht, Fotos mit asiatischen Besuchern zu machen, da sie dachten, er sei eine europäische Bekanntheit.

Als einen der größten Unterschiede macht Herr Weimann die deutlich schnellere Umsetzung von Innovationen in China aus, was er als einen möglichen Wettbewerbsvorteil Chinas sieht. So ist die Digitalisierung dort in vielen Bereichen bereits sehr fortgeschritten.

Insgesamt bringt die Tätigkeit als Dozent der FOM in Shenyang Herrn Weimann persönlich viel Mehrwert. Er hat die Kultur und Geschichte Chinas entdeckt, hautnah kennengelernt und viel darüber gelesen. Außerdem konnte er zu den Studierenden eine Verbindung aufbauen, da er sie häufig im nächsten Semester wiedersieht und so ihre Entwicklung verfolgen kann. Aufgrund des internationalen Umfeldes lernt er eine Vielfalt an Perspektiven und Argumenten kennen, die seinen Horizont erweitern. Er beobachtet auch die Berichterstattung und die Diskussionen vor Ort und in den chinesischen Medien. So lernt er sowohl die europäische als auch die chinesische Sichtweise kennen und stellt fest, dass man den Fortschritt in China immer im Blick haben sollte.

Persönlich ist Herr Weimann ein explorativer Mensch, der gerne neue Dinge entwickelt und aufbaut. So war der Einsatz als erster Dozent in einem neuen Studiengang an einem neuen Standort der perfekte Einstieg für ihn. Neben der beruflichen Erfahrung im Ausland schätzt Herr Weimann aber auch persönlich die chinesische Kultur und möchte sie im nächsten Sommersemester auch seiner Familie erstmals zeigen.

Ansprechpartner

Lin Liu
Lin Liu
 M.A.
Direktorin der German-Sino School of Business & Technology
+49 201 81004-418
Axel Müller
Prof. Dr.
Axel Müller
Wissenschaftlicher Direktor der German-Sino School of Business & Technology
+49 201 81004 327